
Katharina Klemm und Gustav Zitzmann berichteten über das Handwerk gestern und heute.
Das Handwerk gestern, heute und morgen - Pressekonferenz zum Jahresbeginn
13. Januar 2025
Traditionelle Pressekonferenz der Handwerkskammer Erfurt zum Jahresbeginn
Unter dem Motto „Das Handwerk gestern, heute und morgen: Chancen und Herausforderungen im 125. Jubiläumsjahr der HWK Erfurt“ hat die Handwerkskammer Erfurt zu ihrer traditionellen Pressekonferenz zum Jahresauftakt eingeladen. Stefan Lobenstein, Präsident der Handwerkskammer Erfurt, und Hauptgeschäftsführer Thomas Malcherek analysierten die aktuelle Lage im Nord- und Mittelthüringer Handwerk und blickten auf das Jubiläumsjahr der Handwerkskammer Erfurt, die in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiert.
Vom 22. bis 27. April ist eine Festwoche mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen geplant. Den Höhepunkt bildet die 70. Vollversammlung im Erfurter Rathausaal am 26. April 2025, wo am gleichen Tag vor 125 Jahren die Handwerkskammer Erfurt gegründet wurde. „Die verfehlte Handwerks- und Gewerbepolitik im 19. Jahrhundert hatte zu einer Zersplitterung der Handwerkslandschaft mit vielen wirtschaftlichen schwachen Marktteilnehmern geführt. Und auch heute stehen die Betriebe vor großen Herausforderungen. Die organisatorischen Strukturen unterstützen die Betriebe, damals wie heute, bei der Bewältigung der Herausforderungen in einer sich immer schneller wandelnden und modernisierenden Wirtschaft“, zeigte Stefan Lobenstein die Bedeutung der Kammer auf.
Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Hohe Energiepreise, steigende Zinsen und eine wachsende Bürokratie erschweren nach wie vor den Alltag der Betriebe. Viele scheuen notwendige Investitionen, was langfristige Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort hat. Zugleich prägen bestehende Probleme wie der Fachkräftemangel und die Nachfolgeproblematik das Handwerk. Die Sicherung von Nachwuchskräften wird auch in diesem Jahr ein zentrales Thema bleiben.
Vertreter der Handwerksgenerationen
Im Rahmen der Pressekonferenz blickte Gustav Zitzmann, Geschäftsführer der Zitzmann Mühle Ingersleben, die 2023 ihr 125-jähriges Bestehen feierte, in die Geschichte des Unternehmens. Dank einer klugen Kombination aus Tradition und Innovation überstand es in der Vergangenheit zahlreiche Krisen. „Nachhaltigkeit und Regionalität sind die Grundpfeiler unserer Philosophie und haben uns geholfen, den Betrieb über Generationen hinweg erfolgreich zu führen“, erklärte Zitzmann.
Katharina Klemm, Friseurin und „Gesicht des Handwerks 2024“, repräsentierte die neue Handwerkergeneration. Nach dem Abitur begann sie eine Ausbildung zur Friseurin, musste jedoch mit Vorurteilen kämpfen. Sie betonte, wie wichtig moderne Berufsorientierungsmaßnahmen über alle weiterführenden Schulformen hinweg – einschließlich Gymnasien – sind, um junge Menschen für das Handwerk zu begeistern. Sie selbst sieht ihre Berufsausbildung als Grundstein ihrer Karriere, der ihr auch für zukünftige berufliche Erfolge dient.
Forderungen an neue Landesregierung
Zum Abschluss der Pressekonferenz richteten Stefan Lobenstein und Thomas Malcherek ihren Blick auf die neue Landesregierung. Sie forderten, Wirtschaftspolitik zur Chefsache zu machen. „Es bedarf verlässlicher Rahmenbedingungen und echter Entlastungen“, betonten sie.
Daneben sprachen sie sich für eine stärkere Förderung der Berufsorientierung und dualen Ausbildung, für den Bürokratieabbau, etwa durch die Umsetzung des Once-Only-Prinzips und der Reduzierung der Meldepflichten, sowie für die Reform des Thüringer Vergabegesetzes aus.
Die Pressekonferenz bot den anwesenden Medienvertretern die Gelegenheit, detaillierte Einblicke in die Anliegen des Handwerks zu gewinnen und erfreute sich einer hohen Resonanz.